Gut gewürztes Blueskonzert im Kloster

George Nussbaumer und Band

George Nussbaumer und Band im Kapuzinerkloster Appenzell

George Nussbaumer und Band

George Nussbaumer und Band im Kapuzinerkloster Appenzell

Michelle Nussbaumer

Michelle und George Nussbaumer im Kapuzinerkloster Appenzell

George Nussbaumer und Band

George Nussbaumer und Band im Kapuzinerkloster Appenzell

George Nussbaumer betörte mit

seiner herzbewegenden Stimme

Sänger und Pianist George Nussbaumer kam wieder einmal nach Appenzell. Diesmal hat er seine Tochter Michelle und seine Band mitgebracht. Sie bezauberten und begeisterten das Publikum der Kulturgruppe Appenzell im ehemaligen Kapuzinerkloster vom ersten Takt an bis zur dritten Zugabe.

Die Grillen zirpten, die Männer und Frauen schwitzten, Der Sänger wischt sich den Schweiss von der Stirn, die Ohren glühten. Das Gezirpe war der einzige Sound vom Band, alles andere - über zwei Stunden lang – war live, unmittelbar, authentisch, inbrünstig: Gesang und Musik, die auf direktem Weg ins Herz drangen.


George Nussbaumer und seine Band lockten die über hundert Gäste im Refektorium des ehemaligen Kapuzinerklosters mit dem Gesang der Zikaden ins Mississippi-Delta. Dorthin wo die Hitze flimmert und der Blues seinen Ursprung hat.  Draussen kühlte zwar die Bise; die gute Stimmung wärmte die Gemüter und liess die Gäste gern an der Bar der Kulturgruppe Appenzell im Klostergarten verweilen.

Eine Stimme wie Melasse
Es wurde ihnen schnell wieder warm während es Konzerts mit dem blinden Vorarlberger, dem man die schwärzeste Stimme Österreichs attestiert. Diese Stimme ist tatsächlich wie Melasse, kräftig, schmeichelnd, bittersüss und etwas rauchig. Sie sorgt für Gänsehaut wenn George Nussbaumer als allerletzte von drei Zugaben nur mit Gitarrenbegleitung (Walter Schuler) einen Gospel singt, sie wirkt mitreissend wenn er Randy Newmans «Short People» schmettert – angesichts des Auftrittsortes politisch unkorrekt, wie der Sänger witzelte.


Er moderierte den Abend mit Anekdoten aus seinem Musiker- und Männerleben, mit ungekünsteltem Charme und seinem unverkennbaren Humor: George Nussbaumer nimmt sich nicht allzu wichtig und mag Wortwitz. Er war vor sieben Jahren schon einmal in Appenzell zu Gast und  hat damals mit dem «Randy Newman-Projekt» begeistert.  Auch diesmal eroberte er mit der Intensität seiner Darbietungen, mit seiner unbändigen Freude am Musikmachen das Publikum schon mit dem ersten Song. Es folgten Blues und soulige Stücke, Lieder in Französisch und Italienisch, Kompositionen von Stevie Wonder und eigene, für die Walter Schuler mit seinen diversen Gitarren immer die richtigen Gewürze beisteuert, wie George Nussbaumer erzählte. Ihnen zur Seite standen verlässlich und empathisch  Markus Kreil am E-Bass und Lucas Bitschnau am Schlagzeug.

Wunderschöne Duette
Surprise und Supplement war Michelle Nussbaumer, die Tochter des Bandleaders. Mit ihrer warmen klaren Stimme bezauberte sie die Zuhörenden im Nu. Die Duette mit ihrem Vater waren einfach hinreissend; die beiden Stimmen harmonisieren aufs allerschönste. Dabei hat die Mutter zweier kleiner Kinder und Unternehmerin erst vor kurzem begonnen, öffentlich zu singen. Von ihrem Vater ermuntert plant sie, ihre wunderschöne Stimme nun zu schulen, verriet sie am Rande des Konzerts.Vater George  freut sich sehr über das Mitwirken seiner Tochter. Er hätte sich allerdings nicht träumen lassen, einmal ein Abba-Song zu spielen, gestand er. Aus «When all is said and done» haben die beiden jedoch etwas so Schönes gemacht, dass man sich das Stück für die eigene  Beerdigung wünschen möchte.

Text: Monica Dörig
Bilder: Monica Dörig, Silvio Signer